Wiederbelebung einer Sun Ultra 5/10

Neulich bekam ich eine Sun Microsystems Ultra 5 Maschine geschenkt smile Da ich noch null Erfahrung mit Solaris und SPARC64 hatte, beschloss ich die alte Maschine wieder auf zu bauen und irgend etwas sinnvolles damit zu tun... Leider musste ich schnell feststellen, dass der NVRAM kaputt und das openboot System passwort geschützt war. Ohne Kenntnis des Passworts konnte ich nun kein neues OS installieren und ein neuer NVRAM wäre eigentlich zu teuer und hätte das ganze um Monate verzögert, da dieser nur aus den USA bestellt werden konnte.

Kurz mal eine Leistungsübersicht dieser Ultra 5 Machine:

  • CPU: UltraSPARC IIi 333Mhz
  • RAM: DIMM 168-pin 265 MB
  • NIC: Sun Happy Meal Ethernet, Fast Ethernet
  • GPU: ATI 3D RAGE II
  • HDD: EIDE 80GB
  • CDROM: Goldstar CD-ROM
  • FLOPPY: 3.5" 1.44 MB Floppy



So schaute ich mich bei ebay um und entdeckte eine günstige Sun Ultra 10 Maschine... Sie ist praktisch baugleich mit der Ultra 5, nur dass sie im Towerformat statt im Desktopformat kommt. Einziges Problem war auch hier ein kaputter NVRAM, also recherchierte ich das Problem.

Ein BIOS existiert nicht, stattdessen stützt sich das System auf Sun OpenBoot. Der NVRAM besteht aus einem aufgesteckten Speicherbautstein welcher MAC-Adresse, Seriennummer, Datum usw speichert. Leider wurde die Batterie, welche diese Daten "am Leben hält", direkt in den NVRAM eingegossen und ist nach seiner Lebensdauer nicht so einfach austauschbar. Ein kaputter NVRAM hängt also mit der integrierten Batterie zusammen und ist anscheinend heut zu Tage bei einer Sun Ultra unvermeidlich traurig


Nun fand ich diverse Anleitungen wie der NRAM gerettet werden kann, in dem man ihn tatsächlich aufsägt und eine neue Batterie einlötet sehr glücklich

Ich bestellte also die Sun Ultra 10 und machte mich an die Arbeit. Benötigte Sachen zum Reparieren des NVRAM:

  • Metallsäge oder Laubsäge
  • Lötkolben + Lötzin
  • Zwei kleine Verbindungskabel
  • Dremel mit spitzen Schleifkopf
  • eine 3V Knopfzelle oder zwei normale 1,5V AA Batterien
  • Klebeband und eine Heißklebepistole
  • Styroporplatte oder Polyethylenschaumplatte zum Fixieren des NVRAM



Der NVRAM-Baustein wird von oben, so wie auf den Bildern zu sehen, mittig angesägt. Von oben gesehen ist in einer Ecke links ein Punkt. Man sägt nun auf der entgegen gesetzten Seite seitlich in den Chip bis man zur mittigen Sägestelle kommt. Der Teil mit der toten Knopfzelle wird abgetrennt und die zwei Pole mit Hilfe des Dremels freigegelegt. Legt man den NVRAM mit der abgesägten Stelle vor sich, ist links der Minuspol und rechts der Pluspol. Man lötet nun die Verbindungskabel an und schließt die Batterie an. Das ganze erfordert viel Fingerspitzengefühl und etwas Glück. Ich habe es selbst erst beim zweiten Anlauf geschafft und hatte große Mühe den Lötzin mit den Kabeln zu verbinden...
Nun verbindet man die Batterie und steckt den NVRAM wieder auf das Mainboard. Achtung: der NVRAM muss richtig herum aufgesteckt werden, sonst könnte dieser beim Einschalten zerstört werden! Auf den Bildern sieht man die Richtige Position.

Hat man diesen Schritt gemeistert, muss der NVRAM neu programmiert werden. Hier biete ich eine einfache Anleitung dazu:

  • System einschalten und Fehlermeldung des NVRAM abwarten
  • "The IDPROM contents are invalid" erscheint
  • auf der Sun-Tastatur die Tasten Stop+A drücken
  • der ok-prompt erscheint, nun folgt die Programmierung:



Achtung: das "@" wird bei der Programmierung benötigt und scheint bei der deutschen Tastatur nicht möglich zu sein. Zumindest konnte ich es nicht über die übliche Tastenkombi eingeben. Meine Sun-Tastatur von der Ultra 5 war glücklicherweise eine US-Version und so hatte ich diese angeschlossen...

Code


ok set-defaults

ok 1 0 mkp
ok 80 1 mkp
ok 8 2 mkp
ok 0 3 mkp
ok 20 4 mkp
ok c0 5 mkp
ok ff 6 mkp
ok ee 7 mkp
ok 0 8 mkp
ok 0 9 mkp
ok 0 a mkp
ok 0 b mkp
ok c0 c mkp
ok ff d mkp
ok ee e mkp

ok 0 f 0 do i idprom@ xor loop f mkp

Die MAC-Adresse lautet nun 08:00:20:C0:FF:EE und die Host ID 80c0ffee smile


Wenn alles geklappt hat, ist die Maschine vorbereitet und man kann endlich ein OS installieren. Leider war der RAM von der Ultra 10 defekt und ich musste die 256MB von der Ultra 5 einbauen. Als benutzbar erwies sich der gentoo SPARC64 Port und Solaris 7 sowie Solaris 9. Solaris 10 sollte eigentlich auch funktionieren, aber dafür reichen wohl die 256MB RAM nicht aus...
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